Zur Ur- und Frühgeschichte der „Cantata vom Coffee“ BWV 211 als Beispiel für ein „Sinkendes Kulturgut“. Vom anspielungsreichen Beiprogramm einer Anhaltinischen Fürstenhochzeit zur bürgerlichen Leipziger (und später auch Frankfurter) Feierabend-Unterhaltung. Leider ist eine wesentliche zeitgenössische Sekundärquelle (Accessiones Historiae Anhaltinae, Zerbst 1716) bis heute nicht digitalisiert. Von den verstreuten Archivalien ganz zu schweigen.

Das mutmaßliche Ur-Liesgen von 1715. Man beachte die Andeutung ihres Stifts-Kreuzes als unverheiratete, gleichwohl heiratswütige Canonissin eines nordmitteldeutschen evangelischen Closters. Das Koppchen (aus Meissen?) ist natürlich viel zu groß imaginiert. (Symbolbild, erstellt mit Nano Banana).

Ist das vielleicht die ins Auge gefasste Dame? Foto Marburg ist leider nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Das Stiftskreuz ist korrekt alloziiert – also halb-quer. (Halb queer?) Und die Taille! Für „1722“ noch oder schon extrem eng geschnitten. Kann es sein, dass man sich heute in Gandersheim auf die Portraits der Aebtissinnen konzentriert hat? Zur virtuellen Standeserhöhung des eigenen kulturpolitischen Standorts? Und die zufällig vorhandenen Nebenfigurinen in den Depot-Keller verbannt hat?
Aber: man recherchiere weiter unter diesen anonymen Portraits.
Fortsetzung folgt. Nebst den originalen Leipziger Kaffee- und Zuckerhut-Rechnungen ihres fürstlichen, wie ein Zeidelbär brummenden brüderlichen Vormunds. Und einem Biogramm aus der Feder ihrer berühmten Groß-Nichte. (RasPutins Ur- Ur- Ur…- Großmutter.)